Leistungen des IDZ

In unserem Zentrum verfügen wir über alle Arten moderner Diagnose- und Therapieverfahren zur Behandlung von Darmkrebs. Dazu zählen die minimal-invasive („Schlüsselloch-“) Chirurgie genauso wie neueste, den Patienten möglichst gering belastende Verfahren in der Chemo- und Strahlentherapie. Mit der Roboter-unterstützten Chirurgie, die höchste Präzision und Sicherheit ermöglicht, können immer mehr Patienten behandelt werden.

Neben diesen medizinischen Leistungen bieten wir Ihnen außerdem umfassende Unterstützung für den Heilungsprozess – von der psychologischen Betreuung bis zur Beantragung von Rehabilitationsmaßnahmen und Kuren.

Hier können Sie sich einen Überblick über die wichtigsten Leistungen unseres Zentrums machen.

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Diagnostik

Unser Darmzentrum verfügt über modernste Diagnoseverfahren, mit denen wir untersuchen, ob Sie einen Darmtumor haben, wo genau dieser sich befindet und welches Stadium dieser erreicht hat.

Es werden jährlich weit über 10.000 Endoskopien und zahlreiche Spezialuntersuchungen durchgeführt. Es besteht große Erfahrung in der Abtragung von Krebsvorstufen und Geschwülsten in frühen Krebsstadien. Zu den am häufigsten angewandten Untersuchungsmethoden zählen:

  • Darmspiegelung (Koloskopie)
  • Endoskopische Tumorabtragung (Polypektomie)
  • Endosonografie des Mastdarms (Kombination aus Darmspiegelung und Ultraschall)

Vor der Untersuchung erhalten Sie eine so genannte Analgosedierung, die bewirkt, dass Sie schlafen und keine Schmerzen haben. Dabei hat die Sicherheit unserer Patienten die höchste Priorität: Blutdruck-, Puls- und Sauerstoffsättigung werden ständig überwacht – auch nach der Untersuchung in speziell ausgestatteten Aufwachräumen. Daneben stehen für ambulante Patienten in besonderen Fällen (z.B. komplizierte Polypenentfernung) auch Betten auf unseren gastroenterologischen Stationen zur Verfügung.

In unsere Abteilung für Radiologie stehen die modernsten Geräte für die Durchführung von Computertomographien (CT) und Magnetresonanztomographien (MRT). In vielen Forschungsprojekten wird die Darstellung von Tumoren verbessert, so dass unsere Patienten direkt von der modernsten Bildgebung profitieren können.

Operationsverfahren

Im Interdisziplinären Darmtumorzentrum der Charité (IDZ) führen wir jährlich rund 300 Darmoperationen bei bösartigen Tumoren des Dick- und Mastdarms durch. Dabei kommt ausschließlich ein Team spezialisierter Chirurgen mit Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft zum Einsatz. Dadurch erzielen wir sehr gute Ergebnisse und haben eine niedrige Komplikationsrate. In vielen Fällen kann der Tumor durch eine Operation vollständig beseitigt werden. Dazu entfernen wir den betroffenen Darmabschnitt einschließlich der Lymphknoten und verbinden die gesunden Teile miteinander.

Zu unserer besonderen Qualifikation zählen Operationsverfahren, die den Patienten möglichst gering belasten. Dazu gehören:

 

Minimal-invasive Operation

Wann immer es möglich ist, führen wir die Darmoperationen minimal-invasiv (laparoskopisch) durch, d.h. mit Instrumenten, die durch einen oder wenige kleine Hautschnitte zur Operationsstelle geführt werden. Diese so genannte „Schlüsselloch-Technik“ ist deutlich schonender als eine offene Operation.

 

Transanale Mesorektum-Exzision (TaTME)

Für die operative Entfernung von tief gelegenem Mastdarmkrebs wenden wir eine kombinierte laparoskopisch-transanale Operationsmethode an, bei der wir zu den führenden Kliniken in Deutschland gehören. Chirurgen der Charité waren maßgeblich an der Einführung und Weiterentwicklung dieser Technik in Deutschland beteiligt. Durch diese Operation gegenüber älteren Verfahren kann bei einem größeren Teil der Patienten der Schließmuskel und damit die Kontinenz erhalten werden. Zusätzlich können dadurch Nerven geschont werden, die für die Blasen-, Schließmuskel- und Sexualfunktion wichtig sind.

 

Roboterchirurgie (assistierte Chirurgie mit dem DaVinci System)

Die Charité gehört zu den allerersten Kliniken in Deutschland, in denen Roboter in der Bauchchirurgie eingesetzt wurden. Für Darmkrebsoperationen wird der Roboter als Operationsassistent inzwischen regelmäßig genutzt und kann insbesondere bei Entfernungen des Mastdarm zum Erhalt von Beckennerven für die Blasenfunktion und Sexualfunktion beitragen.

Künstlicher Darmausgang (Stoma)

Bei einem künstlichen Darmausgang (Stoma) wird eine kleine Öffnung in der Bauchwand geschaffen, durch die der Darm bis zur Bauchdecke verlegt. Unsere qualifizierten Operateure tun alles dafür, dass auf diese Maßnahme verzichtet werden kann. Ein dauerhafter künstlicher Darmausgang muss nur noch bei sehr wenigen Fällen angelegt werden. In den meisten Fällen wird ein künstlicher Darmausgang nur vorübergehend gelegt, damit die Nahtstelle am Dickdarm gut verheilen kann.

Das Stoma fördert regelmäßig den Darminhalt in einen auf der Haut angebrachten Kunststoffbeutel, der regelmäßig ausgewechselt werden muss. Wir verwenden modernste Stoma-Systeme, die sicher, unauffällig, einfach handzuhaben und mit keiner Geruchsentwicklung verbunden sind. Unser geschultes Stoma-Pflegepersonal weist Sie gründlich ein. Nach Heilung der Nahtstelle wird in einer kleinen Folgeoperation der Darmausgang zurückverlegt, sodass die Entleerung wieder auf gewohntem Wege über den After möglich wird.

Chemotherapie

Eine Chemotherapie erfolgt dann, wenn trotz der Entfernung des Darmtumors Krebszellen über die Lymph- und Blutbahnen bereits in andere Körperregionen gelangt sind und Metastasen in Lymphknoten (regional) und anderen Organen (fern) gebildet haben. Die Chemotherapie kann diese Zellen abtöten oder das Wachstum stoppen. Die Medikamente für eine Chemotherapie, Zytostatika genannt, können als Tabletten oder als Infusion verabreicht werden. Wir passen die Chemotherapie exakt Ihrem Fall an und sorgen so dafür, dass Sie nicht unnötig belastet werden. Nebenwirkungen wie Haarausfall, Mundtrockenheit oder gereizte Schleimhäute versuchen wir so weitestgehend zu vermeiden.Unser geschultes Fachpflegepersonal unterstützt Sie dabei, eventuellen Nebenwirkungen mit geeigneten Mitteln zu begegnen.

Sie können sie sich an allen drei Standorten unseres Darmkrebszentrums oder in onkologischen Praxen behandeln lassen.

Strahlentherapie

Durch Röntgenstrahlung mit sehr hoher Energie kann das Wachstum von Krebszellen gestoppt werden. Daher kann eine Bestrahlung (Radiotherapie) vor oder nach einer Operation sinnvoll sein. Vor der Operation dient die Bestrahlung eines Tumors dazu, in zu verkleinern. Dadurch kann die Operation leichter durchzuführen sein. Nach einer Operation kann die Bestrahlung helfen, restliche Krebszellen oder Metastasen zu vernichten. Die Strahlentherapie wird stationär oder ambulant durchgeführt. Wir verfügen über hochmoderne Geräte, mit denen die optimale Strahlung exakt dosiert und der Strahlungsbereich eng eingegrenzt werden kann. Gesundes Gewebe wird so geschont, und Nebenwirkungen werden geringgehalten. Die Bestrahlung führen unsere speziell ausgebildeten Strahlentherapeuten durch.

Radiochemotherapie

Die Radiochemotherapie, die Kombination von Strahlen- und Chemotherapie, kann in manchen Fällen wirksamer sein als eine der beiden Therapieformen alleine. Die Bestrahlungssitzungen finden dann meist kurz nach der täglichen Verabreichung der Chemotherapie statt, und auch während der Pausenwochen der Chemotherapie. Radiochemotherapie wird vor allem bei Mast- und Enddarmkrebs eingesetzt. Häufiger vor einer Operation (neoadjuvant), um den Tumor zu verkleinern und operierbar zu machen und so z.B. den Schließmuskel erhalten zu können. Nach einer Operation (adjuvant) können damit Tumorreste beseitigt werden. Die Radiochemotherapie erfolgt je nach Fall stationär oder ambulant.

Spezialisierte Pflege für Krebspatienten

In unserem Zentrum sind wir auch pflegerisch auf die Behandlung von Darmkrebspatienten spezialisiert. Wir bieten Ihnen, basierend auf unserem Pflegeleitbild, ein eigenes onkologisches Pflege- und Betreuungskonzept, um Sie und Ihre Angehörigen mit unserem fächerübergreifenden Team zu begleiten und zu unterstützen. Unsere onkologischen Fachpflegekräfte sind darin geschult, Krebspatientinnen und -patienten ganzheitlich zu pflegen und auf ihre besonderen Bedürfnisse einzugehen. Dazu gehört z.B. eine effektive Schmerzbehandlung, die Vorbereitung und Verabreichung der Chemotherapie sowie die Linderung von Nebenwirkungen einer Chemo- und Strahlentherapie.

Psychologische Betreuung

Eine Krebserkrankung stellt häufig eine beson­dere Bela­stungs­situa­tion für Betrof­fene und An­ge­hö­rige dar. So können bei­spiels­wei­se Gefühle der Ohn­macht und Hilf­lo­sig­keit, Angst oder Ärger die Krank­heits­be­wäl­ti­gung er­schwe­ren. Unsere Psychoonkologen sind speziell weitergebildete Psychologen, die sich mit den seelischen Auswirkungen einer Krebserkrankung beschäftigen und viel Erfahrung in der Beratung von Krebspatienten haben. Sie stehen Ihnen und Ihren Angehörigen für Gespräche und Unterstützung bei der Bewältigung Ihrer Erkrankung zur Verfügung. Konkret können sie helfen bei

 

  • der Krankheitsverarbeitung
  • Entwicklung neuer Perspektiven
  • Entscheidungen im Behandlungsverlauf
  • Beratung von Angehörigen
  • Vermittlung von Selbsthilfegruppen und Psychotherapie

 

Eine stationäre psychoonkologische Betreuung bieten wir an allen drei Standorten unseres Zentrums an. Darüber hinaus gibt es eine zentrale Stelle zur ambulanten psychoonkologischen Beratung am Campus Charité Mitte.

Ernährungsberatung

Unsere Ernährungsberater geben Ihnen hilfreiche Ernährungstipps. Dies ist vor allem wichtig für Patienten, die aufgrund einer Chemotherapie unter Übelkeit leiden oder gereizte Schleimhäute haben oder denen ein künstlicher Darmausgang gelegt wurde. Unsere auf Darmkrebs spezialisierten Ernährungsberater stehen Ihnen an allen drei Standorten zur Verfügung.

Physiotherapie

Unsere Physiotherapeuten helfen Ihnen noch während des Klinikaufenthalts mit Übungen, Massagen und Beratung, wieder beweglich zu werden und Beschwerden zu lindern. Sie berücksichtigen dabei die Situation von operierten Krebspatienten, insbesondere solchen mit Kontinenz-Problemen, von Patienten in Chemo- und Strahlentherapie sowie von Stoma-Trägern.

Sozialdienst / Pflegeüberleitung

Wie geht es nach der Entlassung aus der Klinik weiter? Benötigen Sie Hilfsmittel, Pflege, eine Rehabilitation oder eine Kur? Wer trägt die Kosten? Auf welche Hilfen haben Sie Anspruch? Wo gibt es weitergehende Beratung?

Mit diesen Fragen lassen wir Sie nicht allein. Unser Sozialdienst berät Sie und Ihre Angehörigen während Ihres Klinikaufenthalts bei uns über die weiteren notwendigen Maßnahmen, über Ihre Rechte und Ansprüche und über geeignete Angebote in Ihrer Umgebung. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter organisieren gemeinsam mit Ihnen alle notwendigen Schritte.

 

  • Beratung über die Leistungen der Krankenkassen und der Pflegeversicherung
  • Beantragung eines Pflegegrades bei der Pflegeversicherung
  • Ermittlung des individuellen Hilfsmittelbedarfs
  • Beschaffung von Hilfsmitteln wie Pflegebett, Rollstuhl und Toilettenstuhl
  • Vermittlung einer Anschlussheilbehandlung
  • Vermittlung von Reha-Maßnahmen
  • Hilfe bei der Suche nach Pflegedienstleistungen
  • Hilfe der Organisation notwendiger ergänzender Dienste wie Hausnotruf, Essen auf Rädern, Fahrdienste, Haushalts- und Familienhilfen
  • Sozialrechtliche Beratung nach dem Schwerbehindertengesetz
  • Weitervermittlung an Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen